Balthasar ist erstmals eine Königin RP 23.12.2014

Krippe2014Große Gelassenheit bei der Generalprobe für das morgige Krippenspiel
in der Evangelischen Kirche in Rheinberg

Geradezu entspannt ging es gestern bei der Generalprobe zum Krippenspiel in der Evangelischen Kirche in Rheinberg zu. Von Lampenfieber war nichts zur spüren. Aus gutem Grund: „Wir sind im Laufe der Jahre ein eingespieltes Team geworden, das macht die Vorbereitung einfach“, sagt Alexandra Brockschmidt, die mit Tina Bücheler und Anke Sczesny die Krippenspielkinder betreut.

Selbst dass in diesem Jahr aus der „Spielschar“ des CVJM weitere Kinder hinzukommen, die mit passenden Rollen ausgestattet werden wollen, beunruhigt die Damen nicht. Angesichts der Rekordteilnehmerzahl von 38 Kindern und Jugendliche ist ohnehin Flexibilität gefragt. „Die ganz Kleinen spielen halt Schafe und Engel. Das machen die gerne“, so Brockschmidt. Was die Schafe angeht, haben die sich ihren Platz in der Aufführung selbstständig ausgesucht. Brockschmidt: „Die Schafe sind während der Proben immer unter den neuen Altar gelaufen, der ist halt jetzt ihr Stall.“ Über die Rollenverteilung herrschte schnell Einigkeit: Hirten und Engel waren der Renner. Anders sieht es bei den Heiligen Drei Königen aus. Bei deren Besetzung gibt es diesmal ein Novum. Mit Frieda Bücheler wird es erstmals eine Königin Balthasar geben. Bruder Paul Bücheler, der seit Jahren den Melchior spielt, muss sich daran erst gewöhnen: „Ich hätte sie niemals dazu überredet. Aber sie wollte das unbedingt.“

Die Kostüme der Heiligen Drei Könige dürften vielen Rheinbergern bekannt vorkommen. Sie stammen aus dem Fundus der Katholischen Kirche und werden demnächst wieder von den Sternsingern genutzt. Über jede Menge Krippenspielerfahrung verfügen auch die Hauptdarsteller Sophie Bücheler (Maria) und Jonas Brockschmidt als Joseph. Vor Patzern schützt das aber auch nicht. „Sophie sagt dann während der Probe schon mal: ,Jonas, das Kind will auf die Welt'“, erzählt Alexandra Brockschmidt mit entspanntem Lächeln. Bis zur Aufführung wird auch die Anrede sitzen. Entsprechend gelassen sieht die Mutter Jesu ihrem Auftritt entgegen: „Das Publikum besteht sowieso nur aus Familie, Freunden und Klassenkameraden, die kennen wir alle“, sagt die Siebtklässlerin der Xantener Marienschule. Eingebettet wird das Krippenspiel morgen in den Familiengottesdienst um 15.30 Uhr. Thema der Predigt von Günther Schäfer: „Begegnungen“.

Die Chorkinder und das „Krippenorchester“ unter der Leitung von Annette Schäfer sowie Martin Brose an der Gitarre übernehmen die musikalische Begleitung. Auch wenn das Programm in diesem Jahr für regen Besucherandrang sorgen dürfte: Draußen bleiben muss niemand. „Die Kinder sitzen vorne auf dem Teppich, und die anderen rücken soweit zusammen, bis es passt“, sagt Alexandra Brockschmidt.

Von Erwin Kohl

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