Freiwillig ins Armenviertel RP vom 28.07.2012

2098290885Freya Schäfer aus Rheinberg
geht für zwölf Monate nach Argentinien.
Sie will sich in einem „Freiwilligen Sozialen Jahr“
für andere einsetzen und in der Provinz
Buenos Aires in einem Jugendheim tätig sein.

Die einen beginnen direkt nach dem Abitur mit Ausbildung oder Studium, andere gehen als Au-Pair ins Ausland. Freya Schäfer hat sich entschieden, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Argentinien zu absolvieren. Um über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, sich für andere Menschen einzusetzen und dabei eine Herausforderung anzunehmen, an der man wachsen wird, erläutert die 19-Jährige ihre Beweggründe.

Über die Evangelische Kirche im Rheinland und „weltwärts“, den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), geht die Rheinbergerin für ein Jahr nach Florencio Varela (Provinz Buenos Aires). Dort wird sie in einem der Armenviertel in einem Jugendheim tätig sein. Das erste Vorbereitungsseminar liegt längst hinter ihr, ihre drei „Mitstreiterinnen“ hat sie bereits kennengelernt – die jungen Frauen, mit denen sie vor Ort in Argentinien zusammenarbeiten wird. Am 8. August heißt es dann Abschied nehmen. Und mit jedem Tag, der bis dahin vergeht, steigt bei der Abiturientin die Nervosität.

Gerade Abitur gemacht

„Bislang war ich wegen der Vorbereitungen aufs Abi so beschäftigt, dass ich den Gedanken an Argentinien etwas verdrängt habe“, berichtet Freya. Zwölf Monate von Familie und Freunden getrennt, auf sich alleine gestellt, in einem Land, das nicht in zwei Flugstunden erreichbar ist. Sorgen macht sich Freya Schäfer dennoch nicht. „Ich engagiere mich seit meiner Konfirmation in der evangelischen Gemeinde Rheinberg, war bei Konfirmandenfreizeiten dabei, habe verschiedene Gruppen geleitet und war im Vorstand des CVJM“, zählt sie auf. Ihr fällt es nicht schwer, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und sich auf diese einzustellen. Deshalb freut sich die gebürtige Duisburgerin, die vor zehn Jahren mit ihren Eltern und drei Schwestern nach Rheinberg zog, auf die Arbeit mit Jugendlichen in einem anderen Kulturkreis.

Austauschprogramm

Doch warum ausgerechnet Argentinien? „Über den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) war eine Gruppe von Schülern aus verschiedenen Ländern zu Gast am Amplonius-Gymnasium“, erzählt Freya. Darunter waren auch Schüler aus Argentinien. So sei aus einem Austauschprogramm eine Freundschaft entstanden, die – Facebook sei Dank – trotz der räumlichen Entfernung gepflegt wird. „Ich selbst spreche Spanisch und da lag der Gedanke nahe, zumindest in ein lateinamerikanisches Land zu gehen“, findet die 19-Jährige, die nach ihrem FSJ Psychologie studieren möchte. Übrigens: Freya ist nicht die erste in ihrer Familie, die ein FSJ absolviert. Bereits Schwester Anne (22) war 2009/2012 in England und hat dort in einer Schule für geistig Behinderte gearbeitet.

Von Nicole Maibusch

 

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