Kunst per Knopfdruck NRZ vom 13.01.2015

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Marlies Jansen lebt mit einem körperlichen Handicap.

Ihre Bilder zeigt sie im Haus der Generationen.

Kunst per Knopfdruck? Marlies Jansen schafft fantasievolle Bilder mit Sensor und PC, wo andere Künstler zu Pinsel und Leinwand greifen. Die Krefelderin lebt seit ihrer Geburt mit einem körperlichen Handicap. Aufgrund ihrer besonderen Situation arbeitet sie mit der Kopf-Knopf-Technik am Computer und gestaltet ihre Bilder mit einem Sensor auf der Nase, der den PC steuert. Im „Haus der Generationen“ stellt die 54-jährige jetzt einen kleinen Teil ihrer „Kunst K(N)OPF-Bilder“ aus.

„Jeder Mensch ist ein Künstler. Es gibt kein falsch oder richtig. Kunst muss vor allem Spaß machen, und sie bietet die Chance zum Dialog“, sagte Annette Sandmann bei der Ausstellungseröffnung. Durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Rheinberger Caritas-Werkstatt lernte Sandmann Marlies Jansen vor drei Jahren kennen und war von ihrer Kunst sofort fasziniert. Pfarrer Udo Otten ließ sich gerne von der Idee zu einer Ausstellung im „Haus der Generationen“ überzeugen. In Kooperation mit dem CVJM und der Aktion Mensch wurde die Idee Wirklichkeit. Bis zum 7. Februar sind die Bilder der Krefelder Künstlerin nun im „Haus der Generationen“ auf dem Annaberg zu sehen. Die Ausstellung zeigt nur einen kleinen Teil des Schaffens von Marlies Jansen, die 1960 in Köln geboren wurde und deren Gesamtwerk rund 380 Bilder umfasst.

„Die Malerei gibt mir Unabhängigkeit und Anerkennung“, sagt Jansen. Durch die Technik haben sich für sie ganz neue Welten erschlossen. Es ist faszinierend, ihr bei der Arbeit am PC zuzuschauen. Die Ausstellungsbesucher hatten bei der Eröffnung die Gelegenheit, die Künstlerin in Aktion zu erleben und sich auch einmal selbst in der Kopf-Knopf-Technik zu versuchen. Ein Videofilm führte vor, wie die Bilder am Computer entstehen.

Die Bilder von Marlies Jansen versprühen Lebensfreude mit ihrer kräftigen Farbigkeit und der einfachen, aber prägnanten Formensprache. Landschaften, Gesichter, Tiere gehören zu ihren bevorzugten Motiven. Gefühle, Gedanken und Hoffnungen spiegeln sich in der Kunst. „Für mich liegt der Charme ihrer Bilder im Detail“, sagt Annette Sandmann. Marlies Jansen lebt seit 1980 in der Dr.-Ulrich-Lange-Stiftung. 2009 war sie Mitbegründerin der Künstlergruppe K14. Jährliche Ausstellungen fanden bisher in Krefeld, Duisburg und Aachen statt. Mit ihrer Kunst möchte Marlies Jansen mit anderen Menschen in einen Dialog eintreten.

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